#landschaftCH

Programm

Provisorisches Grobprogramm

Hier finden Sie das provisorische Grobprogramm, die Liste der Parallelsessions und die Liste der Exkursionen mit ihren Beschreibungen. Alle Vorträge im Plenum und in den Parallelsessions werden auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch übersetzt.

Mittwoch 2. September

ab ca. 18.30: Gerstensuppe mit Konzert von Cinzia, Kulturplatz Davos

Donnerstag, 3. September 2026

09:00

Kaffee, Registration

09.45

Begrüssung (Plenum):

Rolf Holderegger, Direktor WSL, Philipp Wilhelm, Landammann Davos und Marcel Hunziker, Tagungsleiter WSL

10:00

Keynote 1 (Plenum): Landschaft und regionale Identität im Spannungsfeld von Berg und Tal, Stadt und Land

Drei Inputs und Diskussion zu Identifikation, Ein-/Zweiheimische, Binnenmigration, Gouvernanz aus unterschiedlichen Perspektiven

Stadt-Berg-Beziehungen? Überlegungen zu Sehnsüchten in der Vertikalen

Das Leben in den Bergen löst seit der Aufklärung eine tiefgreifende und breit geteilte Faszination aus. Die Alpen werden zum Ort des Glücks – eine Vorstellung, dies bis heute im Tourismus aktuell bleibt. Städtisch-bürgerliche Sehnsüchte prägten die Vorstellungen dieser „Naturlandschaften“ und der darin lebenden Menschen. Die literarischen, aber auch die wissenschaftlichen Beschäftigungen mit den Bergen verdichteten sich gar zu politisch-ideologischen Setzungen; nicht nur, aber gerade auch in der Schweiz. Der vertikale Blick „nach oben“ versprach und verspricht alternative Lebensentwürfe, vereinnahmt aber auch komplexe Alltage für einfache Erzählungen.
An den beiden empirischen Beispielen der multidisziplinären Beschäftigung mit dem „Bergvolk der Walser“ und dermeist ausgeblendeten relationalen Räume alpiner Urbanität fragt dieser kulturwissenschaftliche Beitrag deutungsoffen nach Stadt-Berg-Beziehungen. Worin gründen die hochwirksamen Sehnsüchte nach einer „unberührten Bergwelt“? Welche (widersprüchlichen) Effekte haben diese Identifikationen und räumlichen Projektionen? Was macht das mit den Menschen, die „am Berg“ leben? Und inwiefern lohnt die (erneute?) Befragung von Berg und Tal?

Pontresina, ein Dorf zwischen Identität und touristischer Entwicklung

Pontresina hat sich in den letzten 150 Jahren, wie viele Gemeinden in den Schweizer Alpen, von einem kleinen Bauerndorf zu einem mondänen Tourismusort gewandelt. Diese Transformation hat die Siedlungsentwicklung, das Ortsbild, die Infrastruktur und die Bevölkerungsstruktur nachhaltig geprägt. Sie hat den Menschen in Pontresina neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet, aber auch Herausforderungen und Risiken mit sich gebracht. Wie bewahrt eine Gemeinschaft ihre Identität, wenn ihr Wachstum hauptsächlich auf Zuwanderung, insbesondere Binnenmigration, beruht? Wie können wir den Einheimischen ein Leben in Pontresina ermöglichen, ohne die Weiterentwicklung des Tourismus zu behindern? Und braucht es überhaupt Einheimische in einer touristischen Gemeinde?

Braucht Landschaft Gestaltung?

Schon immer war früher alles besser – die Landschaft schöner, der Umgang mit ihr einfacher. Die Trennlinien und die Rollen waren klar: Stadt war künstlicher Raum, Ort der Gartenkunst; Landschaft ihre natürliche Gegenwelt mit Landwirtschaft und ungezähmter Natur. Ingenieure bauten Brücken, Architekten Häuser, Landschaftsarchitekten Parks. Italienische Maurer bauten Anfang des 20. Jahrhunderts in Vals Trockenmauern in die Hänge unter dem „Horn“. Sachlicher Lawinenschutz von berührend-kunstvoller Schönheit; Landschaftsarchitektur ohne Planer, von Handwerkern gestaltet. Braucht die Landschaft keine Landschaftsarchitektur? Der Szenenwechsel zeigt das Gegenteil: Flüsse fliessen, ihrer Mäander beraubt, im Korsett lebensfeindlicher Uferverbauungen. Ingenieurbauten durchschneiden Berglandschaften mit schnurgeraden Böschungen, die in ihrer monumentalen Fremdheit Landschaftsbilder dominieren. Wunden in der Landschaft. Die Wahrheit liegt dazwischen. Zum Beispiel in Bondo nach dem Bergsturz: Gewaltige Ingenieurbauten schützen Menschen vor dem Berg und respektieren dabei technische Realitäten ebenso wie die Bergeller Landschaft. Landschaftsarchitektur wurde von Beginn an zur Mittlerin zwischen Landschaftsbild, sozialen, ingenieurbaulichen und ökologischen Interessen. Längst ist die Landschaftsarchitektur nicht mehr nur für die Stadt zuständig: Die offene Landschaft muss vielfältige Ansprüche aufnehmen. Das erfordert ein generalistisches Verständnis für die Natur der Landschaft, ihre Bilder, Prinzipien und Strukturen, ihre Baumaterialien vom Boden bis zur Vegetation. In der Landschaft liegt eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Landschaftsarchitektur unserer Zeit!

11:10

Kaffee + Raumwechsel

11:40

6 parallele Sessions mit je 3 Referaten

P1

P2

P3

P4

P5

P6

12:30

Exkursionen (inkl. Lunch)

17:00

Rückkehr Exkursionen

17:30 – 19:00

Marktplatz mit Apéro

19:00

Kongressdinner (Tavolata) mit kulturellem Begleitprogramm

Freitag, 4. September 2026

08:30

Begrüssung zum zweiten Tag

08:40

Keynote 2 (Plenum): Landschaft und Tourismus

Drei Inputs und Diskussion zu Zukunft Tourismus, Regionalentwicklung und Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven

Beziehung zwischen Landschaft und Tourismus - Einordnung aus der Wissenschaft

Beleuchtung der Zusammenhänge von Landschaft, Tourismus und Regionalentwicklung aus wissenschaftlicher Perspektive. Aufzeigen aktueller Entwicklungen und möglicher Zukunftsmodelle, die sich daraus ableiten lassen.

«Chance Landschaft»
 

Die Schweizer Landschaft ist nicht nur Kulisse – sie ist der zentrale Wettbewerbsfaktor des Tourismus. Und doch wird ihr wirtschaftliches Potenzial bis heute unterschätzt. Das Referat zeigt auf: Natur und Landschaft sind der Hauptgrund, warum Gäste die Schweiz wählen. Wertschöpfung entsteht jedoch erst dort, wo Landschaft konsequent in erlebnisorientierte, marktfähige Angebote übersetzt wird. Gleichzeitig steht der Tourismus an einem Wendepunkt. Der globale Trend zu naturnahen, sinnstiftenden Reiseerlebnissen – insbesondere im Ökotourismus – wächst dynamisch. Die Schweiz verfügt mit ihren Pärken und Landschaften über erstklassige Voraussetzungen, nutzt diese aber zu wenig: Angebote sind oft zu wenig gästezentriert, zu wenig erlebnisstark und kaum auf neue Zielgruppen wie Eco-Travellers oder den Premium-Naturmarkt ausgerichtet. Auch im Winter bleiben grosse Potenziale jenseits des klassischen Skitourismus ungenutzt. Ein zentrales Hindernis liegt in der ungenügenden Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landschaft: unterschiedliche Logiken, schwache Vernetzung und gegenseitige Vorbehalte bremsen die Entwicklung. Die zentrale Botschaft der Keynote ist klar: Die „Chance Landschaft“ ist real – und sie wächst. Wer sie nutzen will, muss jetzt handeln: durch bessere Zusammenarbeit, konsequente Gästeorientierung und Angebote, die Landschaftsqualität nicht nur schützen, sondern in Wertschöpfung übersetzen.

Paesaggio e patrimonio culturale come motori di rigenerazione: l’Albergo Diffuso Monte Generoso

Im Mendrisiotto, der südlichsten Region der Schweiz, wurde das Albergo Diffuso Monte Generoso entwickelt, um die Fragmentierung des touristischen Angebots in eine integrierte Aufwertung von Landschaft und kulturellem Erbe zu überführen. Das 2017 initiierte Projekt ist Teil eines umfassenden Prozesses der territorialen Erneuerung, der Landschaft und Baukultur als strategische Ressourcen nachhaltiger Entwicklung versteht. Durch die Umnutzung historischer Gebäude werden Dörfer und Weiler am Monte Generoso revitalisiert und zu einem dezentral organisierten Beherbergungssystem verknüpft, das die Authentizität der lokalen Gemeinschaften erlebbar macht. Landschaft wird dabei zur zentralen Erfahrung, das bauliche Erbe zur kulturellen und touristischen Infrastruktur. Eine koordinierte zentrale Steuerung integriert Buchung, Vermarktung und Qualitätsstandards, während die Eigenständigkeit der einzelnen Betriebe erhalten bleibt. So entstehen Synergien, effizientere Ressourcennutzung und neue wirtschaftliche Perspektiven. Das Albergo Diffuso Monte Generoso steht exemplarisch für ein Modell, in dem Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit und Kooperation zur langfristigen Stärkung von Landschaft, kulturellem Erbe sowie des regionalen sozialen und wirtschaftlichen Gefüges beitragen.

Nel Mendrisiotto, la regione più meridionale della Svizzera, l’Albergo Diffuso Monte Generoso nasce per trasformare la frammentazione dell’offerta turistica in una leva di valorizzazione integrata del paesaggio e del patrimonio culturale. Avviato nel 2017, il progetto si inserisce in un processo di rigenerazione territoriale che riconosce in questi elementi non solo identità, ma risorse strategiche per uno sviluppo sostenibile. Attraverso il recupero di edifici storici, il progetto restituisce vita a nuclei e borghi del Monte Generoso, creando un sistema di ospitalità diffusa che riflette l’autenticità delle comunità locali. Il paesaggio diventa esperienza e il patrimonio costruito si trasforma in infrastruttura culturale e turistica. Il modello si fonda su una gestione centralizzata coordinata, che integra prenotazioni, promozione e standard qualitativi, mantenendo al contempo l’identità delle singole strutture. Questo approccio favorisce sinergie, ottimizzazione delle risorse e nuove opportunità economiche. L’Albergo Diffuso Monte Generoso rappresenta oggi un modello virtuoso in cui ospitalità, sostenibilità e collaborazione contribuiscono alla tutela e valorizzazione del paesaggio e del patrimonio culturale, rafforzando il tessuto sociale ed economico locale.

09:45

Kaffee + Raumwechsel

10:15

6 parallele Sessions mit je 4 Referaten

P7

P8

P9

P10

P11

P12

11:15

Raumwechsel

11:30

6 parallele Sessions mit je 4 Referaten

P13

P14

P15

P16

P17

P18

12:30

Mittagessen

13:45

6 parallele Sessions mit je 4 Referaten

P19

P20

P21

P22

P23

P24

14:45

Raumwechsel

15:00

Keynote 3 (Plenum): Klimawandel, Naturgefahren und Landschaft

Zwei Inputs und Diskussion zu Klimawandel und Naturgefahren und Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven

Durch Naturgefahren geprägt: Wandel von Gebirgslandschaften und deren Nutzung

Gebirgslandschaften waren schon immer durch Naturgefahren geprägt – und diese bestimmten, wie Menschen Räume nutzen, besiedeln und gestalten. Entsprechend wurden Muster von Besiedlung und Landnutzung immer wieder an Naturgefahrenprozesse angepasst. Mit dem Klimawandel verstärkt sich dieses Wechselspiel: Naturgefahren verändern sich in Intensität und räumlicher Verteilung, wodurch die Nutzung von Landschaften neu bewertet werden muss. Während die Bewohnbarkeit einiger Gebiete infrage gestellt sein kann, gewinnen andere an Attraktivität und eröffnen neue Perspektiven für Tourismus und weitere Nutzungsformen. Dieser Beitrag ordnet aus wissenschaftlicher Perspektive frühere und aktuelle Naturereignisse in die Geschichte des Landschaftswandels ein. Darauf aufbauend wird diskutiert, inwiefern sich zukünftige Entwicklungen antizipieren und sinnvoll steuern lassen. Dabei werden sowohl Handlungsspielräume wie auch Grenzen aufgezeigt, um unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten mit den Risiken und Chancen dieser Veränderungen umzugehen.

Ricucitura del paesaggio Fontana, Bosco & Mondada, valle Bavona

Das Unwetter im Juni 2024 zerstörte die in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft Fontana-Bosco-Mondada im Bavonatal. Einfacher Wiederaufbau ist weder möglich noch sinnvoll. Das Projekt zielt daher darauf ab, eine neue Landschaft zu schaffen, die die Erinnerung an das Ereignis bewahrt und aus einer gemeinsamen Vision mit den Menschen entsteht, die an diesen Orten leben und sie kennen, dank einem Partizipativen Prozess. Für die Projektierung sind interdisziplinäres Vorgehen und planerische Flexibilität zentral. Das Zusammenwirken von Ingenieuren, Landschaftsarchitekten, Natur- und Humanwissenschaften soll eine integrierte Sichtweise gewährleisten, in der Sicherheit, Funktionalität und Respekt des natürlichen und kulturellen Umfeldes gleichermassen berücksichtigt werden.
L’alluvione del giugno 2024 ha stravolto il paesaggio di Fontana –Bosco – Mondada, frutto di secoli di interazione tra uomo e natura. Una semplice ricostruzione del paesaggio non è possibile e non è sensata. Il progetto mira a creare un nuovo paesaggio che conservi la memoria dell’evento e sia condiviso con chi vive e conosce questi luoghi, grazie a un processo partecipativo. Per la progettazione, sono essenziali un approccio multidisciplinare e la flessibilità progettuale. La collaborazione tra ingegneri, paesaggisti, storici ed esperti ambientali garantisce una visione integrata, capace di coniugare sicurezza, funzionalità e rispetto del contesto naturale e culturale.

15:50

Rückblick, Dank und Verabschiedung

16:10

Ende der Tagung

Rückreise

16.26 Bus

16.37 Zug Davos Dorf

Zürich an 18.53; Bern an 19.58; Genf an 21.55; Lugano an: 20.35 (mit Abfahrt 16.14)

Parallelsessions

Sessions mit 3-4 Beiträgen zu folgenden Themen werden zur Auswahl stehen:

  • Landschaft als Prozess – Landschaft im Wandel
  • Landschaft und Regionalentwicklung – Werte, Verbindungen und Balance
  • Landschafts- und Regionalentwicklung in den Alpen
  • Landschaftskultur und Tourismus
  • Tourismus und Landschaft in Bewegung
  • Erholung und Gesundheit in der Landschaft
  • Gesellschaftlicher Wandel in und mit der Landschaft
  • Landschaft als Beziehungsgeflecht
  • Landschaft als Dialog
  • Konflikte und Dialoge in der Landschaft
  • Energielandschaften in Aushandlung
  • Wahrnehmung von Energieproduktion in der Landschaft
  • Siedlung und Infrastruktur planen
  • Baukultur und Freiräume im Siedlungsraum
  • Baukultur im ländlichen Raum
  • Vielfältige Perspektiven in der Landschaftsgestaltung
  • Landschaft klimaresilient gestalten
  • Landschaft und Klimawandel – Auswirkungen und Anpassungen
  • Landschaft und Naturgefahren
  • Landschafts- und Biodiversitätsmanagement
  • Ökologische Infrastruktur und Biodiversität in der Landschaft
  • Biodiversität und Landschaft – Nutzen und Nutzung
  • Von Pärken lernen: Erfahrungen und Visionen für die Landschaft
  • Bildung mit, in und für die Landschaft

Exkursionen

Exkursionen starten und enden am Haupteingang des Kongresszentrums an der Talstrasse. Dort finden anschliessend der Apéro und der Marktplatz sowie später die Tavolata mit Musik statt.

Welche Rolle spielen Beschneiungsanlagen für Angebot und Nachfrage in Skigebieten? Wie kann die Beschneiungsinfrastruktur als Multifunktionsanlage für die Stromproduktion genutzt werden? (Wasserkraftwerk Rinerhorn). Wassermanagement im Sommer und Winter, Praktische Umsetzung von Restwassermengen in Bächen.

 

Davos und insbesondere das Dischmatal sind seit Jahrzehnten Gegenstand bedeutender Forschungsprogramme wie dem MaB-Projekt und dem NFP48 „Landschaften und Lebensräume der Alpen“. Seither hat sich die alpine Kulturlandschaft stark gewandelt. Auf einer Wanderung im vorderen Dischmatal untersuchen wir diese Veränderungen und die ökologischen, klimatischen und gesellschaftlichen Prozesse dahinter. Besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung von Bergwälder und der landwirtschaftlich genutzten Flächen.
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts liess sich ein Kollektiv von etwa einem Dutzend Walliser Familien in der Landschaft Davos nieder. Diese war zuvor praktisch unbesiedelt und wurde vermutlich nur an einigen Orten im Sommer genutzt, wie die wenigen romanischen Flurnamen nahelegen. Die von den Walsern praktizierte extensive Berglandwirtschaft prägt bis heute die Landschaft. Eine typische Walser „Nachbarschaft“ zeigt sich im hintersten Teil des Sertigtales.
Das Dorf ist seit Menschengedenken in Bewegung: Die gesamte Terrasse rutscht vermutlich seit der letzten Eiszeit talwärts. In den vergangenen 100 Jahren bewegte sich Brienz/Brinzauls jeweils wenige Zentimeter pro Jahr. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Rutschung aber stark beschleunigt und viele Herausforderungen für Infrastruktur und Bevölkerung hervorgerufen. Aktuell hat sich ist die Rutschung durch den Vortrieb eines Entwässerungsstollens wieder stark verlangsamt, das Dorf ist nach zwei Evakuationen wieder bewohnt und eine Zukunft scheint möglich.
Wie können Menschen wieder eine tiefere Verbindung zu ihren alltäglichen Umgebungen aufbauen – insbesondere zu jenem unbebauten Dazwischen, das unsere Lebensräume prägt, aber in Planungsprozessen oft unsichtbar bleibt? Der hands-on Workshop stellt ein laufendes Forschungsprojekt der BFH vor, das im Rahmen des „NFP 81 Baukultur“ innovative Wege der Partizipation erforscht.
Seit über hundert Jahren ist Davos ein bedeutender Forschungsstandort. In den Anfängen oft mit dem Gesundheitsplatz bzw. dem heilenden Klima verbunden, sind heute vier Forschungsinstitute mit weltweiter Ausstrahlung in Davos beheimatet: AO Forschungsinstituts (ARI), das Physikalischen-Meteorologischen Observatoriums Davos / Weltstrahlungszentrum PMOD/WRC, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und das Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF).
„Von seiner althergebrachten Bezeichnung als „Landschaft Davos“ hat sich mit dem Namenswechsel zur „Gemeinde Davos“ 2009 endgültig verabschiedet. Welchen Stellenwert hat die Landschaft in der Stadt Davos heute noch? Wie hat sich der Blick auf die Landschaft im Laufe der Zeit verändert? Wie der Umgang mit ihr? Mit Claudio Pajarola, Leiter Fachstelle Stadt und Landschaftsplanung der Gemeinde Davos und Jürg Grassl vom Forum Bau+Kultur Davos gehts auf eine Stadtwanderung quer durch das Hochtal von Davos und durch die verschiedenen Schichten seiner wechselvollen Geschichte: Bauerndorf, Krankenstadt, Wintersportort, Global Village und was folgt nach dem Après Ski? Dabei erleben wir die Landschaft aus unterschiedlichsten Perspektiven z.B. jener des Bergbauern, der Immobilieninvestorin, des Wanderleiter und selbstverständlich als alter ego. Wieso ist nicht der ganze Talboden bebaut, Warum sind die Dächer flach,… Man sieht nur, was man weiss. Stellt Fragen, sucht Antworten. „
Die Exkursion führt in typische Lebensräume des Parc Ela und zeigt, wie seltene Wildbienen wie die Stängel-Blattschneiderbiene (Megachile genalis) und die Schwarze Mörtelbiene (M. parietina) in der Kulturlandschaft vorkommen. Vor Ort wird erläutert, wie Niststrukturen und Pollenquellen kartiert, Lebensräume bewertet und gezielte Aufwertungen umgesetzt werden. Das Projekt verbindet Forschung, Landschaftsentwicklung und Vermittlung. Es bietet Einblicke in ökologische Infrastruktur, Zusammenarbeit mit Gemeinden, Landwirtschaft und Forst sowie in Kommunikation und Begeisterung für die Landschaft.
Die Albula- und Berninastrecke zwischen Thusis und Tirano sind hervorragende und technisch innovative Beispiele für die Erschliessung der hochalpinen Landschaft und gehören zu den spektakulärsten Schmalspurbahnen der Welt. 2008 erfolgte der Ritterschlag: Die rund 122 Kilometer lange und mehr als 100 Jahre alte Strecke zwischen Thusis und Tirano wurde unter dem Titel «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen.Eindrucksvolle Viadukte, Tunnels und die wunderschöne Bündner Bergwelt machen diese Strecke zu einem einzigartigen Erlebnis.

Besuch der Baustelle von Madrisa Solar mit Informationen zur landschaftlichen Kriterien (SL-FP), zum Solarexpress insgesamt (SL-FP oder IG Solalpine) sowie konkret zur Planung und zum Bau von Madrisa Solar (Repower). Oberhalb von Klosters ist das Solarkraftwerk Madrisa Solar im Bau. Die Exkursion umfasst die Besichtigung der Baustelle nach einer kurzen Wanderung und bietet Informationen zu Planung und Bau der Anlage sowie zu den landschaftlichen Ersatz- und Begleitmassnahmen. Weiter informiert die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz über ihre generellen Kriterien für Standorte und Gestaltung alpiner Solarkraftwerke sowie über den Stand der Umsetzung des Solarexpress in der ganzen Schweiz. 

Besichtigung der Baustelle mit: 
Rahel Marti, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL-FP
René Meier, Architekt, Fanzun
Barbara Kämpfer, Umweltbaubegleitung und Ersatzmassnahmen
Andreas Bernet, Gemeinde Klosters
Jonathan Beyli, Elektrizitätswerk Kanton Zürich

Die Exkursion führt um den Davosersee und zeigt, wie der Lawinenschutz von Davos nach schweren Unglücken 1919 entwickelt wurde. Es wird erklärt mit welchen Massnahmen heute die Lawinensicherheit einer alpinen Stadt gewährleistet werden kann. Die wichtigsten Massnahmen wie Gefahrenkarten, baulicher Schutz, biologische Massnahmen und organisatorische Massnahmen werden anhand von praktischen Beispielen diskutiert.
Landschaften sind nicht nur sichtbar, sie sind auch hörbar. Diese Exkursion erkundet Davos als klingenden Begegnungsort: Auf unserem Weg von der urbanen Alltagsinfrastruktur (Migrosrestaurant) über das historische Kurhotel (Schatzalp) bis zur bewirtschafteten Alp hören wir hin: Wo treffen sich die Touristin, der Einheimische, die Saisonarbeiterin? Welche Klänge und Hörpraktiken prägen diese Orte? Wie klingen Mobilität, Tourismus und Alltag in der Berglandschaft? Der Klangspaziergang lädt ein, Landschaft mit den Ohren wahrzunehmen und die akustischen Dimensionen von Begegnungsräumen zwischen Tal und Berg zu entdecken.
Mit den Auswirkungen des Automobils auf unsere Lebenswelt, unser Denken und Wahrnehmen hat sich der Soziologe Lucius Burckhardt zeitlebens auseinandergesetzt. In den 1980er Jahren entwickelte er in Kassel zusammen mit seiner Frau Annemarie Burckhardt-Wackernagel und seinen Studierenden der Architektur und Landschaftsplanung die «Spaziergangswissenschaft», auch «Promenadologie» genannt. Burckhardt wurde 1925 in Davos geboren. 2025 kollidierte sein Jubiläum ausgerechnet mit «100 Jahre Automobil in Graubünden». Die Künstler:innen Marie-Anne Lerjen und Christian Ratti nehmen dies zum Anlass einer «promenadologische Begehung» der Davoser Promenade, die auch mit künstlerischen Interventionen zum Nachdenken über die aktuelle Auto-Landschaft anregt.
Landschaft im weitesten Sinn bildete von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute die Grundlage für den Gesundheitsplatz Davos. Auf dieser Wanderung begegnen wir auf verschiedenen Stationen den Gründern und Investoren welche Davos von einer winzigen Walsersiedlung zu einer Stadt entwickelten.
Die Exkursion beginnt im Kirchner Museum Davos mit einer Führung durch die Ausstellung «Farbenrausch», ein Fest der Sinne. Sie lädt dazu ein, die Welt Ernst Ludwig Kirchners in all ihren leuchtenden Facetten zu entdecken und dabei der Farbe selbst auf den Grund zu gehen. Der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner verbrachte seine schaffensreichen letzten 20 Jahre in Davos. Wie hat er seine neue Wahlheimat nach seiner prägenden Berliner Zeit wahrgenommen? Auf Spuren seines Lebens wie seiner Werke tauchen wir in Kirchners damalige Welt ein. Wir betrachten seine Motive, seine Ausblicke und manche seiner Orte, die für ihn eine Rolle gespielt haben. Kommen Sie mit auf einen abwechslungsreichen Stadtspaziergang mit Zeitreise!
Durch ein ganzheitliches Alpenstadtmanagement soll das einzigartige städtische Flair in der bekannten Bündner Alpenstadt inwertgesetzt werden. Das Alpenstadtmanagement verbindet Menschen, Räume und Planungen, damit Konzepte und Rahmenbedingungen im Alltag der Stadt spürbar werden. Der Rundgang durch die höchstgelegene Stadt der Alpen macht Handlungsfelder des Citymanagements sicht- und erlebbar.

Programmänderungen bleiben vorbehalten, insbesondere die genauen Zeiten!

Voraussichtlich Ende Mai wird das Detailprogramm aufgeschaltet.