Programm
Provisorisches Grobprogramm
Hier finden Sie das provisorische Grobprogramm, die Liste der Parallelsessions und die Liste der Exkursionen mit ihren Beschreibungen. Alle Vorträge im Plenum und in den Parallelsessions werden auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch übersetzt.
Mittwoch 2. September
ab ca. 18.30: Gerstensuppe mit Konzert von Cinzia, Kulturplatz Davos
Donnerstag, 3. September 2026
09:00
Kaffee, Registration
09.45
Begrüssung (Plenum):
Rolf Holderegger, Direktor WSL, Philipp Wilhelm, Landammann Davos und Marcel Hunziker, Tagungsleiter WSL
10:00
Keynote 1 (Plenum): Landschaft und regionale Identität im Spannungsfeld von Berg und Tal, Stadt und Land
Drei Inputs und Diskussion zu Identifikation, Ein-/Zweiheimische, Binnenmigration, Gouvernanz aus unterschiedlichen Perspektiven
Stadt-Berg-Beziehungen? Überlegungen zu Sehnsüchten in der Vertikalen
Konrad Kuhn
Universität Innsbruck
Universität Innsbruck
Das Leben in den Bergen löst seit der Aufklärung eine tiefgreifende und breit geteilte Faszination aus. Die Alpen werden zum Ort des Glücks – eine Vorstellung, dies bis heute im Tourismus aktuell bleibt. Städtisch-bürgerliche Sehnsüchte prägten die Vorstellungen dieser „Naturlandschaften“ und der darin lebenden Menschen. Die literarischen, aber auch die wissenschaftlichen Beschäftigungen mit den Bergen verdichteten sich gar zu politisch-ideologischen Setzungen; nicht nur, aber gerade auch in der Schweiz. Der vertikale Blick „nach oben“ versprach und verspricht alternative Lebensentwürfe, vereinnahmt aber auch komplexe Alltage für einfache Erzählungen.
An den beiden empirischen Beispielen der multidisziplinären Beschäftigung mit dem „Bergvolk der Walser“ und dermeist ausgeblendeten relationalen Räume alpiner Urbanität fragt dieser kulturwissenschaftliche Beitrag deutungsoffen nach Stadt-Berg-Beziehungen. Worin gründen die hochwirksamen Sehnsüchte nach einer „unberührten Bergwelt“? Welche (widersprüchlichen) Effekte haben diese Identifikationen und räumlichen Projektionen? Was macht das mit den Menschen, die „am Berg“ leben? Und inwiefern lohnt die (erneute?) Befragung von Berg und Tal?
Pontresina, ein Dorf zwischen Identität und touristischer Entwicklung
Nora Saratz Cazin
Gemeinde Pontresina
Gemeinde Pontresina
Braucht Landschaft Gestaltung?
Rita Illien
Müller Illien Landschaftsarchitekten
Müller Illien Landschaftsarchitekten
11:10
Kaffee + Raumwechsel
11:40
6 parallele Sessions mit je 3 Referaten
P1
P2
P3
P4
P5
P6
12:30
Exkursionen (inkl. Lunch)
17:00
Rückkehr Exkursionen
17:30 – 19:00
Marktplatz mit Apéro
19:00
Kongressdinner (Tavolata) mit kulturellem Begleitprogramm
Freitag, 4. September 2026
08:30
Begrüssung zum zweiten Tag
08:40
Keynote 2 (Plenum): Landschaft und Tourismus
Drei Inputs und Diskussion zu Zukunft Tourismus, Regionalentwicklung und Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven
Beziehung zwischen Landschaft und Tourismus - Einordnung aus der Wissenschaft
Monika Bandi
Universität Bern
Universität Bern
«Chance Landschaft»
Jürg Schmid
Graubünden Tourismus
Graubünden Tourismus
Paesaggio e patrimonio culturale come motori di rigenerazione: l’Albergo Diffuso Monte Generoso
Nadia Fontana Lupi
Mendrisiotto Turismo (DE)
Mendrisiotto Turismo (DE)
Im Mendrisiotto, der südlichsten Region der Schweiz, wurde das Albergo Diffuso Monte Generoso entwickelt, um die Fragmentierung des touristischen Angebots in eine integrierte Aufwertung von Landschaft und kulturellem Erbe zu überführen. Das 2017 initiierte Projekt ist Teil eines umfassenden Prozesses der territorialen Erneuerung, der Landschaft und Baukultur als strategische Ressourcen nachhaltiger Entwicklung versteht. Durch die Umnutzung historischer Gebäude werden Dörfer und Weiler am Monte Generoso revitalisiert und zu einem dezentral organisierten Beherbergungssystem verknüpft, das die Authentizität der lokalen Gemeinschaften erlebbar macht. Landschaft wird dabei zur zentralen Erfahrung, das bauliche Erbe zur kulturellen und touristischen Infrastruktur. Eine koordinierte zentrale Steuerung integriert Buchung, Vermarktung und Qualitätsstandards, während die Eigenständigkeit der einzelnen Betriebe erhalten bleibt. So entstehen Synergien, effizientere Ressourcennutzung und neue wirtschaftliche Perspektiven. Das Albergo Diffuso Monte Generoso steht exemplarisch für ein Modell, in dem Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit und Kooperation zur langfristigen Stärkung von Landschaft, kulturellem Erbe sowie des regionalen sozialen und wirtschaftlichen Gefüges beitragen.
Italienisch
Nel Mendrisiotto, la regione più meridionale della Svizzera, l’Albergo Diffuso Monte Generoso nasce per trasformare la frammentazione dell’offerta turistica in una leva di valorizzazione integrata del paesaggio e del patrimonio culturale. Avviato nel 2017, il progetto si inserisce in un processo di rigenerazione territoriale che riconosce in questi elementi non solo identità, ma risorse strategiche per uno sviluppo sostenibile. Attraverso il recupero di edifici storici, il progetto restituisce vita a nuclei e borghi del Monte Generoso, creando un sistema di ospitalità diffusa che riflette l’autenticità delle comunità locali. Il paesaggio diventa esperienza e il patrimonio costruito si trasforma in infrastruttura culturale e turistica. Il modello si fonda su una gestione centralizzata coordinata, che integra prenotazioni, promozione e standard qualitativi, mantenendo al contempo l’identità delle singole strutture. Questo approccio favorisce sinergie, ottimizzazione delle risorse e nuove opportunità economiche. L’Albergo Diffuso Monte Generoso rappresenta oggi un modello virtuoso in cui ospitalità, sostenibilità e collaborazione contribuiscono alla tutela e valorizzazione del paesaggio e del patrimonio culturale, rafforzando il tessuto sociale ed economico locale.
09:45
Kaffee + Raumwechsel
10:15
6 parallele Sessions mit je 4 Referaten
P7
P8
P9
P10
P11
P12
11:15
Raumwechsel
11:30
6 parallele Sessions mit je 4 Referaten
P13
P14
P15
P16
P17
P18
12:30
Mittagessen
13:45
6 parallele Sessions mit je 4 Referaten
P19
P20
P21
P22
P23
P24
14:45
Raumwechsel
15:00
Keynote 3 (Plenum): Klimawandel, Naturgefahren und Landschaft
Zwei Inputs und Diskussion zu Klimawandel und Naturgefahren und Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven
Durch Naturgefahren geprägt: Wandel von Gebirgslandschaften und deren Nutzung
Peter Bebi, SLF
Ricucitura del paesaggio Fontana, Bosco & Mondada, valle Bavona
Alma Sartoris
TRE Territorio Raum Espace (DE)
TRE Territorio Raum Espace (DE)
Italienisch
15:50
Rückblick, Dank und Verabschiedung
16:10
Ende der Tagung
Rückreise
16.26 Bus
16.37 Zug Davos Dorf
Zürich an 18.53; Bern an 19.58; Genf an 21.55; Lugano an: 20.35 (mit Abfahrt 16.14)
Parallelsessions
Sessions mit 3-4 Beiträgen zu folgenden Themen werden zur Auswahl stehen:
- Landschaft als Prozess – Landschaft im Wandel
- Landschaft und Regionalentwicklung – Werte, Verbindungen und Balance
- Landschafts- und Regionalentwicklung in den Alpen
- Landschaftskultur und Tourismus
- Tourismus und Landschaft in Bewegung
- Erholung und Gesundheit in der Landschaft
- Gesellschaftlicher Wandel in und mit der Landschaft
- Landschaft als Beziehungsgeflecht
- Landschaft als Dialog
- Konflikte und Dialoge in der Landschaft
- Energielandschaften in Aushandlung
- Wahrnehmung von Energieproduktion in der Landschaft
- Siedlung und Infrastruktur planen
- Baukultur und Freiräume im Siedlungsraum
- Baukultur im ländlichen Raum
- Vielfältige Perspektiven in der Landschaftsgestaltung
- Landschaft klimaresilient gestalten
- Landschaft und Klimawandel – Auswirkungen und Anpassungen
- Landschaft und Naturgefahren
- Landschafts- und Biodiversitätsmanagement
- Ökologische Infrastruktur und Biodiversität in der Landschaft
- Biodiversität und Landschaft – Nutzen und Nutzung
- Von Pärken lernen: Erfahrungen und Visionen für die Landschaft
- Bildung mit, in und für die Landschaft
Exkursionen
Exkursionen starten und enden am Haupteingang des Kongresszentrums an der Talstrasse. Dort finden anschliessend der Apéro und der Marktplatz sowie später die Tavolata mit Musik statt.
Welche Rolle spielen Beschneiungsanlagen für Angebot und Nachfrage in Skigebieten? Wie kann die Beschneiungsinfrastruktur als Multifunktionsanlage für die Stromproduktion genutzt werden? (Wasserkraftwerk Rinerhorn). Wassermanagement im Sommer und Winter, Praktische Umsetzung von Restwassermengen in Bächen.
E01: Alpine Landschaften und Lebensräume im Wandel in Dischmatal
E02: Landnahme durch die Walser in Davos, Spuren und Charakteristiken hochmittelalterlicher Kolonisation
E03: Brienz / Brinzauls: Ein Dorf lebt mit der Rutschung. Herausforderungen und Lösungen.
E04: Das Dazwischen erkunden: Cultural Probes für baukulturelle Partizipation
E05: Bedeutung der Beschneiung als Multifunktionsanlage für die Zukunft von Skigebieten
E06: Forschungsplatz Davos – einst und heute
E07: Landschaft Davos: Bedeutung und Entwicklung
E08: Wildbienen und ökologische Infrastruktur in der Kulturlandschaft des Parc Ela
E09: Welterbe RhB – Albulalinie
E10: Baustelle Solarkraftwerk Madrisa
Besuch der Baustelle von Madrisa Solar mit Informationen zur landschaftlichen Kriterien (SL-FP), zum Solarexpress insgesamt (SL-FP oder IG Solalpine) sowie konkret zur Planung und zum Bau von Madrisa Solar (Repower). Oberhalb von Klosters ist das Solarkraftwerk Madrisa Solar im Bau. Die Exkursion umfasst die Besichtigung der Baustelle nach einer kurzen Wanderung und bietet Informationen zu Planung und Bau der Anlage sowie zu den landschaftlichen Ersatz- und Begleitmassnahmen. Weiter informiert die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz über ihre generellen Kriterien für Standorte und Gestaltung alpiner Solarkraftwerke sowie über den Stand der Umsetzung des Solarexpress in der ganzen Schweiz.
Besichtigung der Baustelle mit:
Rahel Marti, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL-FP
René Meier, Architekt, Fanzun
Barbara Kämpfer, Umweltbaubegleitung und Ersatzmassnahmen
Andreas Bernet, Gemeinde Klosters
Jonathan Beyli, Elektrizitätswerk Kanton Zürich